Das Wasser der Claudius Therme
Die Geschichte des Kölner Thermalwassers
Im Unterschied zu den alten, traditionsreichen Badeorten wie Aachen, Karlsbad oder Baden-Baden, die bereits auf die Römer zurückgehen, ist "Bad Köln" erst im 20. Jahrhundert gegründet worden. Erst im Jahr 1912 ist in Köln-Stammheim bei der Suche nach Trinkwasser in 70 m Tiefe kohlensäure- und chloridreiches Mineralwasser gefunden worden. Dieser erste Brunnen, der Engelbertus-Brunnen, wurde bis 1955 genutzt. Im Jahr 1931 wurde unter dem damaligen Oberbürgermeister Konrad Adenauer auf dem Messegelände in Deutz der 251 Meter tiefe „Messebrunnen I“ gebohrt. Hier wurde anerkanntes Mineralwasser aus einer gemeinnützigen Heilquelle gefördert. Ein weiterer, in unmittelbarer Nähe dieses Brunnens angelegter, 120 Meter tiefer „Messebrunnen II“ blieb bedeutungslos. Innerhalb von 30 Jahren machte die massive Korrosionswirkung des kohlensäurehaltigen Chloridwassers den „Messebrunnen I“ unbrauchbar. Deshalb wurde in den Jahren 1961 und 1962 der 364 Meter tiefe „Messebrunnen III“ angelegt, aus dem heute noch bis zu 200 m³/h thermales kohlensäurehaltiges Natrium-Chlorid-Wasser gepumpt werden können. Um für Badezwecke eine höhere Temperatur des geförderten Wassers zu erreichen, wurde schließlich zwischen 1974 und 1976 unter großem technischem Aufwand der Messebrunnen IV mit einer Tiefe von 1027 m abgeteuft. Aus dem mit Stahlrohren abgeschotteten Bohrloch wird Natrium-Chlorid-Wasser mit einer Temperatur von 28,5 °C gefördert. Der Claudius-Therme stehen sowohl der Messebrunnen III als auch der Messebrunnen IV zur Verfügung. So kann eine ausreichende Fördermenge bei gleich bleibender Qualität gewährleistet werden.
Geologie
Das in der Claudius Therme geförderte thermale Mineralwasser hat einen langen Weg hinter sich: Niederschlagswasser versickert im Bereich des Bergischen Landes und fließt dem Gefälle des devonischen Kalk- und Dolomitgesteins (ca. 350 Mio. Jahre alt) folgend nach Westen, in Richtung Köln. Auf dem Weg dorthin heizt es sich durch den Wärmestrom aus dem Erdinneren auf und wird somit zu Thermalwasser. In großer Tiefe (300 bis 1.500 m) mischt sich dieses warme Wasser mit chloridhaltigem Mineralwasser. Durch die hier vorhandene freie Kohlensäure entsteht schließlich der "thermale Natrium-Chlorid-Säuerling" der Claudius Therme. Die Kohlensäure bewirkt als so genannter „Gaslift“ eine natürliche Aufstiegstendenz des Wassers, so dass dieses ohne größere Schwierigkeiten durch die in den Jahren 1961-62 und 1974-76 erbauten Messebrunnen III und IV gefördert werden kann. Köln bildet den nördlichsten Ausläufer der durch vulkanische Aktivität entstandenen "Kohlensäure-Linie", die am Laacher See beginnt und sich über Bad Breisig, Bad Honnef und Bad Godesberg erstreckt. Die besondere geologische Struktur der Rheinischen Bucht und der Niederschlagsreichtum des Bergischen Landes bilden also vor dem Hintergrund des mittelrheinischen Vulkanismus in der erdgeschichtlichen Vergangenheit die Grundlagen für das einzigartige Kölner Thermalwasser. Dieses Wasser entsteht auf natürlichem Wege und kann angesichts der hohen Neubildungsrate bei gleich bleibender Qualität ohne Beeinträchtigung der geohydrologischen Bedingungen gefördert werden.
Das Heilwasser
Das Thermal-Mineralwasser der Claudius Therme, der "thermale Natrium-Chlorid-Säuerling" der Claudius Therme, ist vor allem zum Baden hervorragend geeignet. Außerdem kann es auch getrunken oder inhaliert werden. Als Trinkkur lindert es Magen-Darm-Beschwerden, als Badekur hilft es bei rheumatischen Beschwerden und Bandscheiben- oder Gelenkerkrankungen. Es wirkt positiv bei Bluthochdruck, Kreislaufstörungen und Stresskrankheiten, aktiviert Enzyme und stabilisiert den Knochenbau. Die gesunde Kur-Wirkung des einzigartigen Thermal-Mineralwassers der Claudius Therme ist staatlich anerkannt.
Dieses außergewöhnliche Wasser ist:
- wirksam wie das Thermalwasser anerkannter Kurorte
- heilsam für Kreislauf, Gelenke, Darm und Herz
- rein und naturbelassen
- getestet durch das Institut Fresenius
- 39.000 Jahre unterirdisch durch Kalk- und Dolomitengestein geflossen
- natürlich angereichert mit Mineralien
- von Natur aus kohlensäurehaltig
- mit hauseigenen Brunnen aus tiefen Gesteinsschichten frisch gefördert.
Das Baden in diesem Thermal-Mineralwasser und der Besuch der Saunen und Dampfbäder ist aus medizinischer Sicht auch für Gesunde förderlich und deshalb jedermann zu empfehlen. Das körperliche Wohlbefinden und die Gesundheit werden deutlich verbessert. Vor allem in Kombination mit der entspannenden Atmosphäre der Badeanlagen und dem Blick auf den Rheinpark führt ein Besuch bereits nach wenigen Stunden zu einem ausgezeichneten Erholungseffekt.
Aufgrund der therapeutischen Wirkung des Heilwassers gehören auch medizinische Anwendungen zum Leistungsangebot der Claudius Therme: Bewegungsbäder, Krankengymnastik, klassische und Spezial-Massagen, Lymphdrainage und Fango. Diese Leistungen sind nicht im Eintrittspreis enthalten, können jedoch gegen Vorlage eines ärztlichen Rezepts oder gegen gesonderte Bezahlung in Anspruch genommen werden. Informationen zu diesen Leistungen erhalten Sie in unseren Kapiteln Beauty & Wellness bzw. Physiotherapie oder unter der Rufnummer 0221-9814420.
Chemische Untersuchung
In 1 kg des Wassers des "Messebrunnen III" in Köln sind enthalten
Kationen:
- Natrium 3.757,00 mg
- Kalium 89,90 mg
- Ammonium 5,58 mg
- Magnesium 318,60 mg
- Calcium 608,10 mg
- Mangan(II) 0,69 mg
- Eisen 4,25 mg
- gesamt 4.783,82 mg
Anionen:
- Chlorid-Ion 5.902,00 mg
- Sulfat 754,80 mg
- Hydrogencarbonat 2.471,00 mg
- gesamt 9.127,80 mg
Undissozierte Bestandteile:
- Kieselsäure 16,60 mg
Gasförmige Bestandteile:
- Freies Kohlendioxid 1.538,00 mg


