Geologie
Das in der Claudius Therme geförderte thermale Mineralwasser hat einen langen Weg hinter sich: Niederschlagswasser versickert im Bereich des Bergischen Landes und fließt dem Gefälle des devonischen Kalk- und Dolomitgesteins (ca. 350 Mio. Jahre alt) folgend nach Westen, in Richtung Köln. Auf dem Weg dorthin heizt es sich durch den Wärmestrom aus dem Erdinnern auf und wird somit zu Thermalwasser.
In großer Tiefe (300 bis 1500 m) mischt dieses warme Wasser sich mit deutlich chloridhaltigem Mineralwasser, welches wahrscheinlich mit den permischen Salzlagern des Niederrheingebiets in Verbindung steht. Durch die hier vorhandene freie Kohlensäure, die noch aus der Zeit des Laacher-See-Vulkanismus vor rund 11.000 Jahren stammt, entsteht schließlich der "thermale Natrium-Chlorid-Säuerling" der Claudius Therme.
Die Kohlensäure bewirkt als sogenannter Gaslift eine natürliche Aufstiegstendenz des Wassers, so dass dieses ohne größere Schwierigkeiten durch die 1961/62 und 1974-76 erbauten Messebrunnen III und IV gefördert werden kann. Köln bildet den nördlichsten Ausläufer der durch vulkanische Aktivität entstandenen "Kohlensäure-Linie", die am Laacher See beginnt und sich über Bad Breisig, Bad Honnef und Bad Godesberg erstreckt.
Die besondere geologische Struktur der Rheinischen Bucht und der Niederschlagsreichtum des Bergischen Landes bilden also vor dem Hintergrund des mittelrheinischen Vulkanismus in der erdgeschichtlichen Vergangenheit die Voraussetzungen für das einzigartige Kölner Thermalwasser. Dieses Wasser wird auf natürlichem Wege gebildet und kann angesichts der hohen Neubildungsrate bei gleichbleibender Qualität ohne Beeinträchtigung der geohydrologischen Bedingungen gefördert werden.





English version
Version française