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Sachsenbergstrasse 1
50679 Köln
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Geschichte des thermalen Badens

Die Heilwirkung von Mineral- und Thermalquellen wurde vom Menschen bereits in der Steinzeit erkannt und genutzt. Während der Antike entwickelten die Hochkulturen des Orients, Griechenlands und später insbesondere Roms eine differenzierte Badekultur. Diese diente der allgemeinen Förderung des Wohlbefindens, der (rituellen) Reinigung, der Heilung von bzw. Vorbeugung vor Krankheiten und schließlich auch der Unterhaltung und dem Zeitvertreib.

Die Römer machten das Baden durch die Errichtung großer, öffentlicher Thermal-Badehäuser zu einer beliebten Beschäftigung für die gesamte Bevölkerung. Diese Thermen waren in verschiedene Badebereiche aufgeteilt, die jeweils unterschiedliche Funktionen erfüllten und in einer bestimmten Reihenfolge besucht wurden. Zu den Grundbestandteilen gehörten das Tepidarium (tepidus, lat. = mild), das Caldarium (calidus, lat. = warm, heiß), das Laconium (Schwitzbad, vermutlich benannt nach der Volksgruppe der Lakonier) und das Frigidarium (frigidus, lat. = abkühlend).

Höhepunkt der römischen Badekultur waren riesige Thermen mit aufwendiger Heiztechnik, luxuriöser Ausstattung, Unterhaltungs- und Vergnügungssälen sowie Bibliotheken und Palästen, in welchen sportliche Wettkämpfe ausgetragen wurden. Gute Beispiele hierfür sind die Caracalla- und die Diokletian-Thermen in Rom.

Nach dem Ende des römischen Reiches erfolgte ein weitgehender Verfall dieser Badekultur. Zu einer letzten Blüte kam es im 9. Jh. am Hofe Karls des Großen in Aachen, wo die Thermalquelle genutzt wurde, welche noch in diesem Jahrhundert das 1989 abgebrochene "Kaiserbad" speiste.

Eine gewisse neuerliche Aufwertung erfuhr seit dem Hochmittelalter lediglich ein Teilaspekt des römischen Badewesens, das Schwitzbad, welches gegen die verschiedensten Erkrankungen, insbesondere die aus dem Orient eingeschleppte Lepra, verabreicht wurde.

Zu einer umfassenden Wiederbelebung der antiken Badekultur mit ihren differenzierten Gepflogenheiten kam es in Europa erst seit dem 16. Jh. Einige bereits von den Römern gegründete Badeorte wie Spa in Belgien, Karlsbad in Böhmen und Gastein in Österreich sowie Aachen, Baden-Baden, Badenweiler und Bad Ems in Deutschland wurden wieder zu beliebten Treffpunkten für den begüterten Adel und das Bürgertum, welche sich von Literaten und Künstlern umschwärmen ließen.

Bereits im ausgehenden 15. Jh. war mit den gelehrten Publikationen von Clement von Gracz (Brunn, 1495) und Hans Folt (Nürnberg, um 1480) der Wissenschaftszweig der Balneologie (Bäderkunde) begründet worden. Zunehmend wurden die Wässer der Mineral- und Thermalquellen wissenschaftlich analysiert und auf ihre medizinischen Anwendungsmöglichkeiten hin untersucht.

Seit dem 17. Jh. wurden vor allem die von vielen Ärzten empfohlenen Trinkkuren in den aufblühenden Badeorten zu einer regelrechten Mode, welche begleitet wurde von den eher gesellschaftlichen Aspekten wie dem Promenieren, der eigenen Zurschaustellung und lockerer, unverbindlicher Unterhaltung. Letzteres geriet mancherorts auf Kosten der gesundheitlichen Fragen in den Mittelpunkt der Badekultur, so schrieb etwa Goethe über einen Aufenthalt in Karlsbad im Jahre 1795: "Die Gesellschaft ist sehr angenehm, es gibt manchen Spaß und Äugelchen die Menge...". Gleichzeitig wurden andere Bäder von Ärzten unter streng medizinischen Gesichtspunkten neu gegründet, so das 1789 durch den Arzt des letzten Kölner Kurfürsten, Dr. Martin von Ney, errichtete Bad in Godesberg.

Eine wesentliche Erweiterung der medizinischen Therapie mit Mineral- und Thermalwasser sowie kaltem Wasser (Kneippkuren) und Meerwasser brachte das 19. Jh., was schließlich 1878 zur Gründung der "Balneologischen Sektion" der Gesellschaft für Heilkunde in Berlin führte.

Nachdem im Laufe des 20. Jh. zunehmend die rein therapeutischen Möglichkeiten eines Badeortes und seiner Einrichtungen in den Mittelpunkt gestellt wurden, kommt es heute wieder zu einer verstärkten Rückbesinnung auf die sinnlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Werte des Badewesens.

Wie wichtig die seelische und geistige Entspannung und die Freude am Baden sind, hatte der Marburger Arzt Johann Dryander bereits im 16. Jh. erkannt: "Dann wer nitt freüdig im bade ist, und alle sorge und anligens des gemüts auff die zeit zurück schlegt, soll nitt vil nutzes vom bade bekommen". Entspannen Sie sich und lassen Sie Ihren Körper und Ihre Seele teilhaben an der Renaissance römischer Badekultur.

Quellen:

Die Geschichte des Kölner Thermalwassers

Im Unterschied zu den alten, traditionsreichen Badeorten wie Aachen, Karlsbad oder Baden-Baden, die bereits auf die Römer zurückgehen, ist "Bad Köln" eine Gründung des 20. Jahrhunderts. Erst 1912 ist in Köln-Stammheim bei der Suche nach Trinkwasser in 70 Meter Tiefe kohlensäure- und chloridreiches Mineralwasser gefunden worden. Dieser erste Brunnen, der Engelbertus-Brunnen, wurde bis 1955 genutzt.

1931 wurde unter dem damaligen Oberbürgermeister Konrad Adenauer auf dem Messegelände in Deutz der 251 Meter tiefe Messebrunnen I gebohrt. Hier wurde ein als gemeinnützige Heilquelle anerkanntes Mineralwasser gefördert. Der in unmittelbarer Nähe dieses Brunnens angelegte, 120 Meter tiefe Messebrunnen II blieb bedeutungslos.

Die massive Korrosionswirkung des kohlensäurehaltigen Chloridwassers machte den Messebrunnen I innerhalb von 30 Jahren unbrauchbar. Deshalb wurde in den Jahren 1961 und 1962 der 364 Meter tiefe Messebrunnen III angelegt, aus dem bis zu 200 m³/h thermales kohlensäurehaltiges Natrium-Chlorid-Wasser gepumpt werden können.

Um eine höhere Temperatur des geförderten Wassers für Badezwecke zu erreichen, wurde schließlich zwischen 1974 und 1976 unter großen technischen Schwierigkeiten der Messebrunnen IV mit einer Tiefe von 1027 m abgeteuft. Aus dem mit Stahlrohren abgeschotteten Bohrloch wird eine Natrium-Chlorid-Therme mit einer Temperatur von 28,5 °C gefördert.

Der Claudius-Therme stehen sowohl der Messebrunnen III als auch der Messebrunnen IV zur Verfügung. So kann eine ausreichende Fördermenge bei gleich bleibender Qualität gewährleistet werden.

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